Evangelische Freiwilligendienste

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Roma-Gadje-Iniative – Dialog durch Freiwilligendienste

In der „Roma-Gadje-Initiative – Dialog durch Freiwilligendienst“ haben sich ca. 18 internationale Freiwilligendienste und Roma-Initiativen aus ganz Europa und den USA zusammengeschlossen. Ziel der Initiative ist die Förderung eines Dialogs zwischen Roma und Gadje (Roma-Umgangswort für Nicht-Roma), um die Situation der Roma in Europa zu verbessern.

Im Rahmen des Projektes leisten Gadje-Freiwillige einen einjährigen Freiwilligendienst in Roma-Gemeinschaften und Projekten zusammen mit und zugunsten von Roma. Ziel ist es, anfallende Tätigkeiten nicht für Roma, sondern gemeinsam mit Roma zu erledigen. Hierdurch soll die Situation der Roma vor Ort verbessert werden. Die Einsatzstellen sind meist Schulen, Wohnheime und Freizeiteinrichtungen für Roma-Kinder und Jugendliche oder Roma-Organisationen. Die Freiwilligen arbeiten meist in Tandems und mit Roma-Freiwilligen zusammen.

Die deutschen Freiwilligen dieser Initiative sind in den normalen Programmablauf des Diakonischen Jahres im Ausland (DJiA) integriert. Zusätzlich haben sie in zusätzlichen Roma-Gadje-Seminaren die Möglichkeit, sich mit anderen Freiwilligen und Roma über Themen wie Bildung, Geschichte, Identität der Roma auseinanderzusetzen und ihre Erfahrungen auszutauschen.

Im Anschluss an ihren Dienst unterstützen die ehemaligen Freiwilligen u. a. in bildungspolitischen Maßnahmen die Bewusstseinsbildung in ihren jeweiligen Heimatländern. Gleichzeitig bietet die Initiative Chancen für Roma, verschiedene Formen des gesellschaftlichen Engagements außerhalb ihrer Gemeinden zu erleben, z.B. in Form eines Freiwilligendienstes, von Konferenzen, Trainingsmaßnahmen und anderen Austauschmöglichkeiten.

Ziel der Initiative ist es, das Einzelpersonen innerhalb der Roma- Gemeinschaften Kompetenzen erwerben und diese innerhalb ihrer Gesellschaft weiter geben. Zudem soll der Kontakt mit anderen Roma- Projekten und anderen engagierten Personen entstehen. Die Gadje-Freiwilligen sollen sich durch den Dienst mit Roma in ihrer aktuellen Situation solidarisieren, von Roma lernen und somit so effektiv wie möglich helfen können. Eine Möglichkeit ist gegeben, so dass ein Dialog zwischen Roma und Nicht-Roma auf einer erfahrbaren und praktischen Ebene geführt werden kann.

Fakten und Realitäten

Die Situation der Roma in Europa
In Ungarn, Tschechien, der Ukraine, Slowakei, Bulgarien und Rumänien gibt es ca. 5 Millionen Roma (Zigeuner). Ihre Lebensbedingungen dort ähneln eher den Bedingungen in afrikanischen Ländern als den europäischen …

- Einer von sechs Roma ist „ständig hungrig„, über die Hälfte der Roma muss mindestens ein paar Tage pro Jahr ohne Essen    auskommen.
- Eins von drei Roma-Kindern hat keinen Grundschulabschluss.
- Nur 20% der Roma haben eine anerkannte Arbeitstelle, weitere 20% verrichten Schwarzarbeit.
- In manchen Ländern leben bis zu 70% der Roma-Haushalte von Sozialhilfe.

(Quelle "Avoiding the Dependency Trap - A Human Development Report on the Roma Minority in Central & Eastern Europe“ – UNDP)

Die Beziehungen zwischen Roma und Nicht-Roma
Quer durch Europa mussten Roma Verfolgung, Belästigung und Vernachlässigung erdulden. Viele von ihnen wurden ermordet. Es besteht das Bedürfnis, diese Geschichte anzuerkennen, die in den Gedanken der Roma und der anderen Völker Europas immer noch lebendig ist. Wir müssen in einen ehrlichen Dialog eintreten. Europäische Völker müssen anerkennen was sie/wir in der Vergangenheit falsch gemacht haben.
Auch die Kirchen waren an diesem Rassismus beteiligt: In vielen Ländern, haben sie Roma von Gottesdiensten, Sakramenten und kirchlicher Eheschließung ausgeschlossen. Die Kirchen und der Europäische Kirchenrat sollten ihre eigene Geschichte mit den Roma anerkennen und Reue für die damaligen Ungerechtigkeiten bekennen. Zeichen der Reue können Wege öffnen für Versöhnung und neue, offene und ehrliche Begegnungen.

(Quelle "Council of European Churches -CCME joint declaration Bratislava 2001")


Auf Grund dieser Situation ist 1999 die Initiative Roma-Gadje Dialog durch Freiwilligendienst entstanden. Hier geht es zur website von RGDTS www.rgdts.net

Videos zum Thema Barrieren / Vorurteile


1. On the street interviews

Video auf YouTube. Hier gehts zum Film.

2. Kosice Sonderschule

Video auf YouTube. Hier gehts zum Film.

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