Evangelische Freiwilligendienste

Ein Pluspunkt für Migrantinnen und Migranten

Umut Güzel macht in der Dortmunder Geschäftsstelle der Alevitischen Jugend ein FSJ

Engagiert statt abgehängt. So heißt ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (aej), das mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund für einen Freiwilligendienst gewinnen will.

Engagiert statt abgehängt. So heißt ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (aej), das mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund für einen Freiwilligendienst gewinnen will. Projektleiterin Katharina Kühnle erzählt im Interview mit Laura Schlegel wie das gemacht wird und warum die Arbeit wichtig ist.

 

Warum ermutigen Sie Jugendliche mit Migrationshintergrund dazu, ein FSJ zu machen?
Ein Drittel der unter 26-Jährigen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Die evangelischen Freiwilligendienste und wir als Evangelische Jugend können nicht einfach sagen, dass wir uns für all diese jungen Leute nicht interessieren. Fakt ist aber: Jugendliche mit Migrationshintergrund sind in allen Arten des Freiwilligendienstes unterrepräsentiert. Es ist wichtig, dass auch die außerschulische Bildung, zu denen das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ganz klar dazu gehören, für alle Jugendlichen geöffnet wird.

Was genau haben diese Jugendlichen davon?
Das ist wie bei allen anderen Freiwilligen auch. Man lernt soziale Kompetenzen im Umgang mit den Kollegen. Dann gibt es natürlich die Seminare, auf denen sich die Jugendlichen weiterbilden können. Und man sammelt erste Arbeitserfahrung. Viele nutzen das FSJ als Orientierungsjahr. Oft sind die Eltern dieser Jugendlichen sehr bildungsorientiert. Sie wollen, dass ihre Kinder möglichst schnell eine gute Ausbildung haben. In diesen Fällen wird nicht immer anerkannt, wenn der Jugendliche direkt nach der Schule eine Orientierungszeit braucht. Und es ist auch nicht bekannt, dass ein FSJ im Lebenslauf bei zukünftigen Arbeitgebern ein Pluspunkt ist. Auf der anderen Seite wissen viele Familien gar nicht, dass es so etwas wie ein Freiwilligenjahr gibt.

Wie wollen Sie das ändern?
In unserem Projekt geht es darum, Freiwilligenplätze in Migrantenjugendorganisationen zu schaffen - mit der pädagogischen Unterstützung eines evangelischen Trägers. In der Praxis läuft das dann zum Beispiel so: Wir von der aej fragen die Islamische Jugend in Bayern an, ob sie schon mal darüber nachgedacht haben, eine FSJ-Stelle einzurichten. Wenn die Migrantenjugendorganisation Interesse hat, stellen wir den Austausch mit den Freiwilligen Sozialen Diensten Südbayern her, falls dieser Kontakt nicht ohnehin schon besteht. Der evangelische Träger übernimmt dann die Seminare und berät bei der Einrichtung der Stelle.

 

Weitere Informationen sowie Kontakte zu Migranten-Organisationen, die ein freiwilliges Jahr anbieten: "Engagiert statt angehängt" bei der aej. Dieses Projekt wird aus Mitteln der Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V. und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gefördert.

Das vollständige Interview mit Katharina Kühnle finden Sie hier

Mehr über Umut Güzel, einen jungen Migranten im Freiwilligendienst lesen Sie hier 

Im Video erzählt Gabriel Klaus von seinem FSJ beim Verein "Deutsche Jugend aus Russland". Er hilft jungen Migranten, mit dem Alltag besser fertigzuwerden. Video

Vom Freiwilligen zum stellvertretenden Vorsitzenden. Der aus Mazedonien stammende Merdjan Jakupov war vor einigen Jahren selbst FSJ'ler, heute koordiniert er die Jugend- und Freiwilligenarbeit bei Amaro Drom in Berlin. mehr

 

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